Santuario della Madonna del Pilastrello, Lendinara (Rovigo)
Santuario della Madonna del Pilastrello, Lendinara (Rovigo) · Threecharlie · CC BY 3.0 · Wikimedia Commons
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Legende · Lendinara

Die leuchtende Madonna del Pilastrello

Die im Gewitter gestürzte Statue, die nicht aufhörte zu leuchten

Epoche
16. Jahrhundert
Wo
Santuario della Madonna del Pilastrello, Lendinara (RO)

Im Frühjahr 1509 brach über den Feldern rund um Lendinara ein heftiges Gewitter los. Der Wind blies so stark, dass er eine kleine Madonnenstatue aus der Nische an der Fassade eines Hauses riss. Die Statue flog davon und landete hinter einer Hecke.

Ein Wanderer, Matteo Brandolese, sah sie als Erster, zwischen dem 8. und dem 9. Mai. So erzählt es jedenfalls die Überlieferung. Und sie erzählt auch, dass diese gestürzte Statue nicht nur eine Statue war. Ein Schimmer ging von ihr aus. Ein Licht, das nicht erlosch.

Es erlosch auch in den folgenden Tagen nicht. Man erzählt, die Madonna habe tagelang geleuchtet. Die Kunde verbreitete sich, und aus der ganzen Gegend kamen Pilger und Neugierige. Sie wollten es mit eigenen Augen sehen.

An der Stelle entstand eine Kapelle. Und mit der Kapelle entstanden neue Erzählungen.

1570, als man sie restaurieren wollte, kam das Wasser aus einer nahen Quelle rot gefärbt heraus, wie Blut. So sagt es die Überlieferung. Die Gläubigen deuteten es als Wunderzeichen.

In den folgenden Jahren sprach man von Heilungen, von Ertrunkenen, die ins Leben zurückkehrten, von empfangenen Gnaden. Das Gedächtnis des Heiligtums bewahrt diese Wunder mit ihren Daten, etwa 1592 und 1613. Es sind Erzählungen des Glaubens, eher als zu beweisende Tatsachen. Doch sie zeigen gut, was dieser Ort für die Menschen von Lendinara geworden war: ein fester Halt, zu dem man in schweren Zeiten zurückkehrte.

Die Gemeinde sah unterdessen nicht tatenlos zu. 1577 nahm der Stadtrat den Ort in Besitz. Aus der Kapelle wurde ein Heiligtum, das gegen Ende des Jahrhunderts geweiht wurde. Fast zwei Jahrhunderte lang lebten hier Benediktinermönche.

Doch die Geschichte des Pilastrello besteht nicht nur aus Daten und Ziegeln. Sie besteht vor allem aus Menschen. Aus denen, die als Pilger kamen, um eine Gnade zu erbitten. Aus denen, die zurückkehrten, um zu danken. Aus denen, die Generation um Generation auf diese kleine Statue blickten wie auf ein Familienmitglied.

Im Grunde beginnt alles mit einem Missgeschick. Ein Gewitter, eine leere Nische, eine Statue im Gras. Anderswo hätte man sie aufgehoben und an ihren Platz zurückgestellt. In Lendinara dagegen wurde dieser Sturz zum Beginn einer Verehrung, die fünf Jahrhunderte währt.

Bis heute ist die Madonna del Pilastrello die Schutzpatronin von Lendinara. Ihr Fest wird am 8. September gefeiert. Und neben dem Heiligtum steht noch immer der Wunderbrunnen.

Quellen

  1. Wikipedia
  2. Wikipedia
  3. Diocesi di Brescia

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