Alles beginnt mit einer kleinen Statue, etwa 30 Zentimeter hoch. Sie zeigt die thronende, gekrönte Jungfrau mit dem Kind im Arm. Geschnitzt ist sie aus einem einzigen Stück dunklen Olivenholzes. Deshalb nennen die Gläubigen sie die „Schwarze Madonna“.
Ursprünglich stand sie in einer Nische im Haus von Giovanni Borezzo. In der Nacht vom 8. auf den 9. Mai 1509 wurde die Statue während eines Sturms auf eine Hecke geworfen. Lorenzo Malmignati baute ihr auf eigene Kosten eine kleine Kapelle mit einem Altar.
Von der Pest zur Wallfahrtskirche
Im Frühjahr 1576 ließ Lodovico Borezzo die Kapelle restaurieren, während in der Stadt die Pest wütete. Es folgten Heilungen, die man für Wunder hielt.
Am 3. Mai 1577 schlug der Rat von Lendinara vor, zum Dank eine Wallfahrtskirche zu bauen. Am 26. August desselben Jahres legte Bischof Giulio Canani den Grundstein. Am 16. Mai 1579 wurde die Statue in einer Prozession in die neue Kirche getragen. Geweiht wurde die Kirche 1584, ihr Patrozinium ist Mariä Geburt. Am 10. Februar 1595 weihte der Rat die ganze Stadt samt ihrem Umland der Jungfrau.
Mönche, Exil und Rückkehr
Ab 1578 wurde die Wallfahrtskirche den Olivetanern anvertraut, den Benediktinern von Monte Oliveto. 1771 zwang sie ein Dekret der Republik Venedig, zu gehen. Sie kehrten erst 1905 zurück, nach 134 Jahren Abwesenheit.
1911 erhob Papst Pius X. die Wallfahrtskirche zur Basilica minor, und 1920 wurde das Kloster zur Abtei. Zwischen 1939 und 1942 malte Giuseppe Chiacigh das Innere mit Fresken aus.
Die verlorene Statue
Der härteste Schlag kam am 4. September 1981: Die originale Statue wurde gestohlen. Für eine Gemeinschaft, die so sehr an ihrer Madonna hing, war das eine tiefe Wunde.
Die Figur, die heute verehrt wird, ist aus Zirbenholz, ein Werk des Grödner Bildhauers Ferdinando Prinoth. Johannes Paul II. segnete sie am 30. Dezember 1981, am 1. Januar 1982 wurde sie in der Wallfahrtskirche aufgestellt. Seitdem empfängt sie die Pilger, an demselben Ort, an dem die Verehrung fast fünf Jahrhunderte zuvor begonnen hatte.



