Tempio della Beata Vergine del Soccorso, La Rotonda (Rovigo)
Tempio della Beata Vergine del Soccorso, La Rotonda (Rovigo) · Threecharlie · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons
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Sakraler Ort · Rovigo

La Rotonda, Tempel der Beata Vergine del Soccorso

Zwei Achtecke für eine Madonna mit der Rose

Epoche
Ende 16. bis 17. Jahrhundert
Wo
Piazza XX Settembre 37, Rovigo

Ein Bild, das die Massen anzog

Alles beginnt mit einem Fresko. Eine Madonna mit Kind, verehrt an einer kleinen Gebetsstätte nahe dem Franziskanerkloster. Das Bild existierte schon 1515. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wuchs sein Ruf als Gnadenbild gewaltig. 1595 veröffentlichte der Chronist Celio Nicolio ein Büchlein mit 115 Ereignissen, die man für Wunder hielt. Auch nach dem Ende einer Pestepidemie reichte das kleine Oratorium für die Menge der Gläubigen nicht mehr aus.

Zwei Achtecke, eines im anderen

Am 13. Oktober 1594 wurde in Anwesenheit von Bischof Lorenzo Laureti, der Franziskanerbrüder und der städtischen Obrigkeit der Grundstein für den neuen Tempel gelegt. Der Entwurf stammte von Francesco Zamberlan aus Bassano, einem Mitarbeiter Andrea Palladios.

Der Grundriss ist achteckig, daher der volkstümliche Name „Rotonda“. In Wahrheit sind es zwei Achtecke, eines im anderen: die Kirche und ein weiter Säulenumgang mit toskanischen Säulen. Am 8. September 1608 verließ das Gnadenbild das alte Oratorium und zog in den neuen Tempel. Die Quellen datieren den Abschluss der Arbeiten zwischen 1606 und 1613.

Das Schaufenster der Serenissima

Rund sechzig Jahre lang füllten sich die Wände mit Gemälden der bedeutendsten venezianischen Maler des 17. Jahrhunderts: Francesco Maffei, Antonio Zanchi, Pietro Ricchi, Pietro Liberi, Andrea Celesti, Alessandro Varotari, genannt il Padovanino, Pietro Muttoni und andere.

Die Bilder sind in Bändern angeordnet. Sie erzählen das Leben Mariens und die Wunder der Madonna. Viele Gemälde feiern aber auch die venezianischen Podestà, die Rovigo regierten. So wurde das Heiligtum zu einem Schaufenster der Macht der Republik Venedig, der Serenissima, in dem sich Glaube und Politik auf seltene Weise verflechten.

Dann wandert der Blick nach oben. Das Kuppelfresko mit einem Wunder der Madonna del Soccorso stammt von Vittorio Bressanin (1887). Draußen, frei neben der Kirche, ragt der 57 Meter hohe Glockenturm auf. Entworfen hat ihn Baldassarre Longhena, der Architekt der Kirche Santa Maria della Salute in Venedig. Begonnen 1655, wurde er erst 1773 vollendet: mehr als ein Jahrhundert für einen Turm.

Quellen

  1. Finestre sull'Arte
  2. Regione Veneto – Veneto Around Me
  3. Visit Rovigo
  4. Fondazione Cariparo
  5. Università di Padova – tesi di dottorato di M. Bordin
  6. VenetoWay
  7. Terre fra Adige e Po
  8. Atlas Obscura

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